Fechtsport

Christopher Gruber
Referat 2004/2005
Schüler des BORG Linz
Leistungssportklasse

Einführung ins Fechten

Fechten ist eine der ältesten Zweikampfsportarten.

1570 wurden die noch bis heute gültigen Fachbegriffe von dem Franzosen Henri Saint Didier formuliert/erfunden.
Im 17. Jahrhundert wurde von Wilhelm Kreußler der Grundstock der deutschen Fechtschule gelegt.

Seit 1896 ist das Fechten olympisch (Degen ab 1900),
Frankreich und Italien dominierten und dominieren die Waffen Florett und Degen. Die Ungarn sind im Säbel dominierend.

GESCHICHTLICHES

Fechten ist in erster Linie eine Kampfsportart , die sich aus einer Kampftechnik heraus entwickelt hat. Vor der Etablierung als Sportart war die Austragungform als Duell, weniger auch als kriegerischer Kampf, weit verbreitet. Die historischen Ursprünge gehen auf eine Verfeinerung der Waffen und Bewegungsabläufe gegenüber Schwert und Säbelkämpfen zurück
Ursprünglich ist Fechten ein bewaffneter Kampf von meist zwei Personen, bei dem Blankwaffen mit relativ langen Klingen und mit einem Handschutz verwendet werden. Diese können so geführt werden, dass die Angriffe des einen Gegners durch den anderen Gegner mit der Klinge bzw. an der durch Klinge und Handschutz gebildeten konkaven Form [ der SCHALE ] abgefangen werden. Beim Fechten kommt es also zum direkten Kontakt der eingesetzten Blankwaffen, anders als beispielsweise dem Einsatz von Messern oder Dolchen (bei denen Ausweichen der der Griff ans Handgelenk zur Verteidigung eingesetzt werden), Geschichte
Fechten gehört neben Boxen und Ringen naturgemäß zu den frühesten Zweikampf - Wettbewerben der Menschen und ging aus dem kriegerischen Fechten mit dem Schwert als Trainings- oder Spielform hervor. Eine Art sportliches Fechten betrieb man schon sehr früh in Ostasien mit blanken Waffen und in Afrika und Japan mit Stöcken. Die Antike kannte Fechtschulen, und im Römischen Reich des Augustus liebte die Jugend das Schaufechten.
Mit der Verbreitung des Schießpulvers im ausgehenden Mittelalter, dem Erstarken der Infanterie, Bogen- und Armbrust-Schützen verlor der gepanzerte Ritter seine Bedeutung. Das Schwert wurde nun vorwiegend gegen leicht oder komplett ungerüstete Gegner verwendet, und es kam das Fechten mit leichten Waffen wie dem Rapier auf, für das es bald einheitliche Regeln und Lehrbücher (zuerst 1410 in Italien) gab. Da das Rapier nicht mehr von Rittern, sondern von Bürgern geführt wurde, entwickelte sich der Umgang damit zum ersten "Breitensport". Von Italien ausgehend erlebte dann das Rapierfechten in Frankreich seine erste Blütezeit, Gesichtsmasken machten es gefahrloser. 1570 erfand der Franzose Henri Saint Didier die meisten Fechter-Fachausdrücke, die auch heute noch verwendet werden.

[ ..dazu noch ein sehr markantes Zeitalter...]

DAS ZEITALTER DER FECHTERZÜNFTE (1400 - 1700)

Bereits am 10.8.1487 gewährte Friedrich III einer Fechtergemeinschaft, den "Meistern der langen Schwertes", die nach dem Vorbild der handwerklichen Zünfte organisiert war, besondere Schutzrechte.
In Frankfurt/Main, dem Sitz der bekanntesten Fechterzunft, der "Bruderschaft von St. Markus vom Löwenberge", später nur mehr kurz Marxbrüder genannt, wurden alljährlich zur Messezeit die strengen Meisterprüfungen abgehalten, die den Absolventen berechtigten, als Fechtmeister, nach dreijähriger Wanderzeit, tätig zu werden. Einige Mitglieder dieser Bruderschaft bildeten um 1570 in Prag eine eigene Gruppe, die sich Freifechter nannte. Diese Freifechter hielten am St. Veitstag ihre Meisterprüfungen ab und daher kommt auch der Name Veiterfechter und daraus bildete sich der volkstümliche Name Federfechter.
Zwischen diesen beiden Fechterschulen bildeten sich eine sportliche Rivalität aus, die das Fechten dieser Zeit sehr förderte und beeinflußte. Die fechtenden Bürger und Angehörige der verschiedensten Zünfte waren in der Zeit die finanzielle Grundlage der freien Fechtmeister. Gefochten wurde in den Städten mit dem Bidenhander, dem Fechtmesser, dem Dusack, dem Dolch, mit der halben und der langen Stange und nach und nach auch mit dem Degen.
So fand also nach und nach die Verbesserung und Verfeinerung der Waffen statt, bis zum heutigen zeitpunkt, und man arbeitet auch noch immer daran, die Waffen leichter und schneller zu machen.

FECHTEN ALS OLYMPISCHE DISZIPLIN

Fechten zählt zu den olympischen "Gründungs-Sportarten" von Athen 1896. In Athen standen drei Wettbewerbe auf dem Programm: Säbel, Florett und Florett. Das Degenfechten kam in Paris 1900 dazu, seit Antwerpen 1920 fechten die Männer die heute noch üblichen Wettbewerbe mit Florett, Degen und Säbel (Einzel und Mannschaft).
Ebenfalls in Antwerpen feierten die Fechterinnen ihren olympischen Durchbruch. Erstmals durften sie, aber nur im Florett-Einzel, um Medaillen kämpfen. In Rom 1960 kam ihr Mannschaftstitel im Florett hinzu, und in Atlanta 1996 traten die Frauen auch erstmals mit dem Degen (Einzel und Mannschaft) an. Schließlich wurde in Athen 2004 auch das Säbelfechten der Frauen als sechste Einzeldisziplin ins Olympische Programm aufgenommen. Als Ausgleich für die Aufnahme des Frauen-Säbel (nur Einzel) wird bei den Olympischen Sommerspielen 2004 der Wettbewerb im Damen-Florett (Mannschaft) ausgesetzt, so dass insgesamt 10 Wettkämpfe ausgetragen werden. Bei zukünftigen olympischen Wettbewerben sollen jeweils andere Wettkämpfe pausieren.

MERKMALE DES FECHTSPORTS

Es wird auf einem stegartigen (lang und schmal) Boden, der Fechtbahn (frz.: Planche) gefochten. Je nach verwendeter Waffe zählen Berührungen in bestimmten Regionen am Körper des Gegners als Treffer; diese werden im Wettkampf heute mit einer elektrischen Trefferanzeige erfasst. Sieger ist, wer zuerst eine bestimmte Anzahl von Treffern am Gegner gesetzt hat.
Die Planche oder Fechtbahn ist die Fläche, auf der sich die Fechter bewegen. Ein Verlassen der Fechtbahn wird in der Regel mit einem Straftreffer bestraft..

Die Fechtbahn ist 14 m lang. Die Mitte (bei 7 m) ist durch eine Linie (die Mittelline) gekennzeichnet. In einem Abstand von zwei Metern von dieser Mittellinie nach jeder Seite befinden sich die Startlinien, an denen die Fechter nach einem Treffer wieder Aufstellung nehmen.

DIE WAFFEN DES FECHTENS

Im Fechtsport gibt es 3 verschiedene Waffen. FLORETT - DEGEN - SÄBEL

DIE WAFFE DEGEN

Dadurch dass der ganze Körper gültige Trefffläche ist und es kein Treffervorrecht gibt, wird im Degenfechten relativ oft konteroffensiv gefochten. Häufig ergibt sich die beste Möglichkeit zum Treffer, wenn der Gegner gerade seinen Angriff startet. Oft wird versucht, die gegnerische Hand oder den Arm zu treffen. Dadurch ist der Degen mehr als die beiden anderen Waffen durch präzise Bewegungen und taktisches Abtasten gekennzeichnet.
Der Degen hat sich aus dem Duelldegen (Mitte des 19. Jahrhunderts) entwickelt. Er besitzt eine stärkere und stabilere Klinge, und hat eine größere Glocke als das Florett.

Der Degen ist 750 Gramm schwer, und 110 cm lang. Er wird auch eine Stoßwaffe gebraucht, wobei auch hier Bingos zulässig sind. Der gesamte Körper kenntzeichnet die Trefferfläche. Es gibt Doppeltreffer (2 Treffer innerhalb von 40 msec), dafür aber kein Treffervorrecht.

Degenfechten erfordert gutes Timing und Treffsicherheit ("eine gute Spitze") und ein gutes taktisches Gefühl ("man muss erahnen, wann der andere zum Angriff ansetzt")

Bestandteile des Degens

Spitze - Klinge - Glocke - Griff

Die Degenspitze

Die Degenspitze besteht aus einem Spitzenkopf und einer Feder mit Hülse, die Feder der beweglichen Degenspitze muss ein Gewicht von mindestens 750 g hochdrücken, d.h. der Gegner muss mit diesem Druck getroffen werden, damit ein gültiger Treffer angezeigt wird.

Die Degenklinge

Die Degenklinge hat einen dreiseitigen v-förmigen Querschnitt und wird von der Spitze bis zur Glocke immer dicker, und auch schwerer biegbar. Man unterteilt die Klinge in 30 cm-lange Teilstücke in Klingenstärke, Klingenmitte, Klingenschwäche. Die Klinge hat eine Längsrille, in die zwei stromführende Drähte eingeklebt sind. Die Degenglocke

Die Degenglocke
trennt den Griff von der Klinge, außerdem dient sie zum Schutz der Hand. Die Glocke hat einen Durchmesser von 13,5 cm, und enthält Glockenstecker für Kabelanschluss und Glockenpolster.

Der Degengriff

Es gibt für den Degen 3 verschiedene Griffarten: der französische Griff - der italienische Griff - der Orthopädische od. Pistolengriff

DIE WAFFE FLORETT

Das Florett hat sich aus dem Leichtschwert bzw. Rapier entwickelt.
Es ist ist eine Stoßwaffe und Treffer werden nur mit der Spitze gesetzt, wobei Treffer auch mit sog. Bingos gesetzt werden können.
Das Florett hat eine dünne, flexible Klinge, und eine Glocke (Handschutz). Es ist 500 Gramm schwer, und 110 cm lang.
Die Trefferfläche ist der gesamte Oberkörper bis auf Arme/Hände und Kopf. Die Treffer werden seit 1955 elektrisch angezeigt und man trägt eine stromführende Brokatweste. Das Florett ist die anspruchsvollste Waffe des Fechtens, durch die kleine Trefferfläche und dadurch es keine Doppeltreffer, wie beim Degen gibt. Deshalb bezeichnet man das Florettfechten auch als Grundschule des Fechtens.

Bestandteile des Floretts

Spitze - Klinge - Glocke - Griff

Die Florettspitze
Die Spitze besteht aus Spitzenkopf und Feder mit Hülse, die Feder der beweglichen Florettspitze muss ein Gewicht von mindestens 500 g hochdrücken, d.h. der Gegner muss mit diesem Druck getroffen werden, damit ein gültiger Treffer angezeigt wird. Die Florettklinge
Die Klinge hat einen quadratischen Querschnitt, wird von der Spitze bis zur Glocke immer dicker, und auch schwerer biegbar. Man unterteilt die Klinge in 30 cm-lange Teilstücke in Klingenstärke, Klingenmitte, Klingenschwäche.
Die Klinge hat eine Längsrille, in die ein stromführender Draht eingeklebt ist.


Die Florettglocke
Die Glocke trennt den Griff von der Klinge und dient zum Schutz der Hand. Sie hat einen Durchmesser von 12 cm und enthält Glockenstecker für Kabelanschluss und Glockenpolster.

Der Florettgriff

Es gibt für das Florett 3 verschiedene Griffarten: der französische Griff - der italienische Griff - der Orthopädische -oder Pistolengriff

DIE WAFFE SÄBEL

Der Säbel kommt vom Militärsäbel (spätes 19. Jahrhundert bei der Kavallerie). Er besitzt eine flache und leichte Klinge.
Der Säbel bringt 500 Gramm auf die Waage und ist 105 cm lang. Er ist eine Hieb und Stoßwaffe (Treffer können mit der Kante gesetzt werden). Die Trefferfläche ist der gesamter Oberkörper.
Das Säbelfechten wird von Geschwindigkeit, Finten und offensiven Aktionen dominiert. Es gilt das Treffervorrecht, man muss angreifen oder eine Riposte geben, um den Treffer zugesprochen zu bekommen. Ungültige Treffer werden nicht angezeigt.

Bestandteile des Säbels
Sensor - Klinge - Glocke - Griff

Sensor oder Säbel-Melder
Dieser Sensor oder Säbel-Melder zeigt jeweils den Stoß oder Schlag an.

Die Säbelklinge
Die Säbelklinge hat einen annähernd rechteckigen Querschnitt. Man unterteilt die Klinge in 30 cm-lange Teilstücke in Klingenstärke, Klingenmitte, Klingenschwäche.
Die Klinge hat keinen stromführenden Draht.

Die Säbelglocke
Die Säbelglocke ist aus einem Stück und dient zum Schutz der Hand. Sie hat einen Querschnitt mit den Maßen 14X15 cm. Die Glocke enthält Glockenstecker für Kabelanschluss und Glockenpolster.

Der Säbelgriff Für den Säbel gibt es nur eine Griffart, diese ist dem französischen Griff ähnlich.

SCHUTZKLEIDUNG

Die Fechtkleidung, die heutzutage beim Sportfechten getragen wird, dient dem Schutz der Fechter. Sie besteht aus sehr fester Baumwolle, Nylon oder Kevlar. Es gibt folgende Kleidungsstücke, die festen Sicherheitsnormen unterliegen:

Fechtmaske aus dichtem Drahtgitter (V2A-Stahl) oder Plexiglas mit Halsschutz; Säbelfechter tragen eine elektrisch leitfähige Maske

Fechtjacke mit Fixierung zwischen den Beinen; unterschiedliche Modelle für Links- beziehungsweise Rechtsfechter

Plastron aus stichsicherem Material, um einen zusätzlichen Schutz auf der Waffenseite zu haben

Brustschutz für Frauen

Fechthose bis über die Knie

Handschuh mit Handrückenpolsterung zum Schutz gegen Stiche in den Ärmel

Kniestrümpfe

- zusätzlich gibt es für Florett- und Säbelfechter noch eine Elektroweste (kein Schutz, sondern notwendige Ausrüstung zur Trefferbeurteilung)
Traditionell ist die Fechtkleidung weiß, um es dem Schiedsrichter zu erleichtern Treffer zu erkennen. Fechtmeister tragen üblicherweise schwarz. Seit neuem erlauben die offiziellen FIE-Regeln (s.u.) bunte Fechtkleidung.

DIE REGELN DES FECHTENS

Die Regeln werden von der FIE (Federation Internationale d'Escrime) festgelegt.

1 KEIN MASKENWERFEN
2 KEIN BESCHIMPFEN ODER AUFMÜPFEN BEIM SCHIEDSRICHTER
3 man MUSS Plastron anhaben ebenso wie Stutzen, funktionierende Waffe neben der Planche liegen haben , sonst- > gelbe Karte

Die Fechtbahn[ planche ]

Allgemeines: Die Planche ist der für den Wettkampf bestimmte Teil des Fechtbodens. Die Fechtbahn muß eine ebene Oberfläche haben und darf keinem der Gegner Nachteile bringen ( Beleuchtung, Neigung). Sie ist 14 Meter lang und 1,50 Meter - 2 Meter breit. Sie besteht meistens aus Kunststoff, Gummi, bei mit Elektromeldern durchgeführten Turnieren muß die Planche aus Metall sein.

Markierungslinien auf der Fechtbahn

Mittellinie Die Mittelline kennzeichnet logischerweise die Mitte der Bahn. Startlinie
Auf jeder Bahn sind 2 Startlinie vorhanden, für jeden Fechter eine. Sie ist jeweils 2 Meter von der Mittellinie entfernt.

Warnstriche: Auch hiervon gibt es 2 Stück, jeweils eine rechts und eine links, 2 m vor dem Bahnende.

Letzter Meter: Die durchgezogene Linie kennzeichnet das Ende der Fechtbahn.
Überschreitet ein Fechter mit beiden Füßen die durchgezogene
Linie, erhält er einen Straftreffer.

Aufstellung der Fechter/innen: Der/die zuerst aufgerufene Fechter/in stellt sich rechts vom Obmann auf.

Elektrische Trefferanzeige:

Allgemeines: Die elektrische Trefferanzeige hat den Fechtsport objektiver gemacht, nicht mehr so extrem vom Schiedsrichter abhängig , obwohl beim Florett die Schiedsrichterentscheidungen noch immer sehr wichtig sind und häufiger als im Degen.
Die elektrische Trefferanzeige wird bei allen Turnieren und meistens auch im Training verwendet. (Klassische Fechter haben die elektrische Trefferanzeige nicht verwendet, weil sie glaubten, dies hätte einen schlechten Einfluss auf ihren Fechtstil, ....)

Wenn ein Fechter seinen Gegner mit einer bestimmten Kraft trifft, wird ein Kontakt geschlossen, der am Anzeigegerät ein Licht- und Tonsignal auslöst. Wenn beim Florett ein Treffer außerhalb der gültigen Trefferfläche erfolgt, leuchtet ein weißes Licht auf, innerhalb der gültigen Trefferfläche ein rotes oder grünes. Beim Säbel werden ungültige Treffer nicht angezeigt und der Kampf somit auch nicht unterbrochen. Der Obmann beobachtet die Fechter und das Anzeigegerät, um zu entscheiden, wer einen gültigen Treffer gesetzt hat, die Entscheidung über einen gültigen Treffer liegt beim Obmann( Schiedsrichter)

Für die elektrische Trefferanzeige wird eine zusätzliche, elektrisch leitfähige Weste benötigt, auch Elektroweste oder E-Weste genannt: Florettfechter tragen eine Weste, die den gesamten Rumpf bedeckt, bei Säbelfechtern sind der Oberkörper und die Arme bedeckt und die Maske ist ebenfalls elektrisch leitend, bei Degenfechternist der gesamte Körper gültige Trefffläche, daher wwird keine Elektroweste benötigt. Bei allen Waffenarten ist die Waffe angeschlossen. Die Fechtbahn ist geerdet, um eine ungültige Trefferanzeige zu vermeiden (wenn beim Degen zum Beispiel der Fuß des Gegners getroffen werden soll). Degen und Florett haben einen mechanischen Schalter an der Waffenspitze, der mit 500 g (Florett) bzw. 750 g (Degen) gedrückt werden muss, um den Stromkreis zu schließen. Beim Säbel reicht eine Berührung mit irgendeinem Teil der Klinge.
Die elektrische Trefferanzeige wurde beim Degen 1936 (?) eingeführt, beim Florett 1957 (?) und beim Säbel 1988 (?).
Seit einiger Zeit entwickeln verschiedene größere Fechtgerätehersteller ein System zu kabellosen Fechten. Dabei werden die Fechter mit einem Funksender ausgestattet, der mit dem Gegner und dem Meldegerät kommuniziert. In die Maske eingebaute Leuchtdioden (für die Trefferanzeige) erlauben ein Fechten ohne externen Melder. Solche Systeme sind bisher nur für Säbel verfügbar. In 2001 wurde in Koblenz erstmals kabelloses Fechten bei einer Europameisterschaft eingesetzt.
Der Stromkreis wird gebildet durch Drähte die in die Klinge eingeklebt sind und über einen Glockenstecker, desweiteren über ein Kabel, das durch den Ärmel der Fechtjacke geführt wird. Dieses sogenannte Körperkabel ist an der Rückseite der Jacke bzw. E-
Weste befestigt und durch einen Stecker mit einem Kabel aus einer Kabeltrommel, das sich bei Bewegung des Fechters automatisch auf- und abrollt, verbunden. Die Kabelrolle ist wiederum mit dem Melder verbunden, der dann die Treffer anzeigt und signalisiert.

Die Trefferanzeige beim Florett

Treffer auf der gültigen Treffer Fläche, der Brokat-Weste, werden rot und grün angezeigt. Ungültige Treffer, also außerhalb der gültigen Trefferfläche, werden jeweils mit der weißen Lampe angezeigtWenn beide Lampen einer Seite (rot+weiß oder grün+weiß) leuchten, dann ging der ungültige Treffer dem gültigen Treffer voraus und es wird kein gültiger Treffer gegeben. Leuchten die rote und die grüne Lampe gleichzeitig auf, entscheidet der Schiedsrichter entweder Attaques simultanées (gleichzeitiger Angriff), dann wird kein Treffer gegeben oder er gibt den Treffer dem Fechter, der zuerst seinen Angriff gestartet hat und somit Treffer - Vorrecht hatte.

Die Trefferanzeige beim Degen
Die Trefferanzeige beim Degen funktioniert einfacher als beim Florett, weil als Treffer- Fläche der ganze Körper gilt.Es gibt nur zwei farbige, eine rote und eine grüne Lampe, die auch zur gleichen Zeit aufleuchten können, da im Degen Doppeltreffer möglich sind. Diese werden angezeigt, wenn die Treffer in weniger als 1/20 Sekunde gesetzt werden. Ist das Zeitintervall größer als 1/20 Sekunde, leuchtet nur eine Lampe auf, es wird nur ein Treffer gegeben.

Die Trefferanzeige beim Säbel
Hier müssen gleichzeitig Hieb und Stoß angezeigt werden. Der Melder hat einen Chip der beides registriert.
Damit der Stromkreislauf, ähnlich wie beim Florett, mit Körperkabel, Masken Kabel und Kabelrolle hergestellt werden kann.>Die gültige Trefferfläche (Oberkörper, Arme und Kopf), Fechtjacke, Maske, Handschuh sind aus leitendem Metallmaterial. Der Sensor oder Säbel-Melder nimmt gültige Treffer wahr, wenn ein Kontakt zwischen Klinge und gegnerischer Treff-Fläche mind. 0,1 Millisekunden dauert.

Stöße bei denen die Spitze über die Treff-Fläche gleitet oder den Körper des Gegners mit der Schneide oder Rückschneide nur streifen, zählen nicht. Sie zählen auch nicht als Hiebe (beim heutigen Säbeltempo nur schwer erkennbar).

Hiebe über das Eisen, das sind Hiebe, die zuerst die Waffe des Gegners und dann erst die metallisierte Treff-Fläche berührt, werden nur dann als Treffer angezeigt, wenn die Zeit zwischen Berührung mit der Waffe und Treff-Fläche 1 bis 5 Millisekunden beträgt.

Treffervorrecht


Das Treffervorrecht gilt nur bei der Waffe Florett und Säbel, da es beim Florett wie schon oben gesagt keine Doppeltreffer gibt, genauso wie beim Säbel.Wenn die grüne und rote Lampe des Melders beim Florett bzw Säbel aufleuchten, hat der Obman zu entscheiden, wer mit dem Angriff als erstes begonnen hat, wenn er das feststellen kann, bekommt derjenige den Treffer, der den Angriff zu erst gestartet hat.Wenn jedoch derjenige der zuerst angegriffen hat, vom Gegner pariert wurde, bekommt der Gegner der Treffer. Unter Parieren muss man sich das Wegschlagen (stärkeres Berühren) der gegnerischen Klinge vorstellen.Grundsätzlich kann man sagen, wenn es keinen Klingenkontakt gegeben hat, ist es entscheidend wer zuerst mit dem Angriff begonnen hat, wenn beide gleichzeitg angegriffen hat, und keiner pariert hat, nennt man das "Tempo" und keiner bekommt einen Treffer.
Wenn es Klingenkontakt gegeben hat, ist entscheidend, wer die Klinge des Gegners als letztes "zur Seite gedrückt hat". Also ich kann zuerst angreifen, wenn ich jedoch pariert werde, bekommt der Gegner den Treffer zugesprochen.Wenn ich es allerdings schaffe, noch mal den Gegner zu parieren, bekomme ich wieder den Treffer zugesprochen.

Das Fechtturnier

Erfolgt der Aufruf, muss man sich beim Kampfrichter (Obmann) melden. Die Erstgenannte steht rechts vom Obmann; Linkshänder stehen immer links vom Obmann, damit der Obmann eine unverdeckte Sicht auf die Waffe und den Waffenarm hat.

Ein Kampf dauert in der Vorrunde maximal 3 Minuten oder bis einer der Fechter 5 Treffer erzielt hat, in den Finalrunden maximal 9 Minuten (mit einminütiger Pause nach jeweils 3 Minuten (im Säbelfechten eine Minute Pause nachdem ein Fechter 8 Treffer gesetzt hat)) oder 15 Treffer.

Wenn der Kampf gestoppt wird, z.B. bei einem Treffer oder wenn einer der Fechter seitwärts der Planche steht, wird auch die Uhr gestoppt.

Bei Gleichstand gibt es 1 Minute Verlängerung, wobei vorher ein Treffervorteil ausgelost wird. Falls in der Verlängerung kein Treffer erzielt wird, erhält der Fechter mit dem Treffervorteil den Sieg zugesprochen.

Während des Gefechts darf die Bahn nur nach vorheriger Anfrage verlassen werden. Eine Anfrage an den Obman erfolgt durch Heben des waffenfreien Arms.

Verwarnungen

Durch den Schiedsrichter können Verwarnungen ausgesprochen werden:
Gelbe Karte = einfache Verwarnung: Verwarnungen werden z.B. erteilt für defektes Material oder Verdecken der Trefffläche mit dem waffenfreien Arm.
Rote Karte = Straftreffer: Straftreffer werden z.B. erteilt für das Verlassen der Bahn nach hinten.
Schwarze Karte = Ausschluss vom Turnier/Disqualifikation für sich und falls vorhanden auch für die MANNSCHAFT!

ZUM ABSCHLUSS - einige Aktionen

Flèche : Ein Flèche (franz. Pfeil, Geschoss) ist ein besonders schnell vorgetragener Angriff beim Sportfechten, bei dem sich der Angreifende mit gestreckt gehaltenem Arm blitzartig nach vorne wirft entstehen kann. Er kann auch als Sturzangriff bzw. Laufangriff bezeichnet werden. Technisch ist die Besonderheit, daß der Vorgang des Abstoßens beim Flèche mit dem vorderen Bein erfolgt, wodurch auch der Eindruck eines "sich nach vorne fallen lassens" entsteht

Patuta:Starker Schlag an die Waffe des anderen um so seine Klinge beiseite zu werfen

Reposte: So wird ein Stoß genannt der nach einer Parade geführt wird

Coupé:Peitschenartiger Hieb mit großer Wucht damit sich die Waffe biegt und die Spitze den Gegner trifft

Tempostoß: Ein Stoß in das Vorgehen des Gegners oder wenn er versucht eine Aktion aufzubauen